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Hier könnt ihr Ausschnitte aus meinem Buch lesen.

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Kontakte waren im Osten lebenswichtig und siehe da es klappte. Ich bekam einen Kontakt in der Personalabteilung vom VEB Taxi in Berlin. Jeder träumte davon dort einen Job zu erhalten, denn dort verdiente man viel Geld, und man konnte dort Autos fahren, die in der DDR als Luxus angesehen wurden. Auch brachte der Job Westgeld, was im Osten der Türöffner für alles war. Genau an diesem Punkt begann für mich die Abkehr vom betreuten Leben in der DDR, zur Freiheit meiner Person. Immer wenn ich meinen Dienst antrat und die Fahrzeug Mappe bekam, stellte sich immer Freude ein. Fahrgäste gab es genug in der DDR, da es eine Knappheit an Taxen gab. Klar, jeder Fahrer jagte in vorderster Front nicht der Ostmark nach, sondern man konzentrierte sich auf den Erhalt der D-Mark. In Berlin gab es viele Hotels die nur von Leuten aus dem Ausland belegt waren. Dort fand man damit Fahrgäste die mir die Westmark brachten, was ich  erfolgreich  am DDR System vorbei schleusen konnte. Dieses Geld öffnete alle Türen, egal ob den Erhalt von Waren die in der DDR rar waren, oder es war auch die Eintrittskarte in den sogenannten Intershops, die Waren aus dem Westen gegen harte Devisen anboten. Nach jedem Besuch in diesen Läden ließ in mir den Wunsch aufkommen die DDR zu verlassen. 

 

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Ehemaliger Ossi fragte er dann freudig, denn er wusste ganz genau wer die Hauptuntersuchung nicht kennt kann nur von der anderen Seite kommen. Kleinlaut sagte ich, ja ich komme aus Ost Berlin. Dies nahm er zum Anlass den Preis des Fahrzeuges um fünfhundert Mark zu senken.  Ich bedankte mich und sagte ihm ich müsste da erstmal drüber schlafen und ich hätte jetzt auch wenig Zeit. Dann aber gab ich Gas um schnell zum Kunden zu kommen bei dem ich eigentlich ein Auto der Firma abholen sollte. Das verlief alles unproblematisch und ich brachte den VW Golf zurück zum Laden. Den ganzen Tag über musste ich immer an das rote Geschoss denken. Ich sah mich schon am Steuer dieses Wagens den Kudamm rauf und runter fahren. Am Abend kam ich nach Hause und rief als erstes Günter an. Ich erzählte ihm von dem amerikanischen Schlitten, und auch meiner Begeisterung. Günter meinte dazu nur das ich auch mal an den Spritverbrauch denken sollte und was dieses Auto an Steuern und Versicherung kostet. Er versprach mir mal bei seinem Versicherungsvertreter nachzufragen was man da so einrechnen muss. Auch erklärte mir Günter gleich wie das im Westen mit der Zulassung und den anderen Nebenkosten ist. Ich war so glücklich das ich ihn hatte, denn seine Tipps waren Gold wert. Am nächsten Tag auf der Arbeit erzählte ich meinen Kollegen von dem Auto. Klar ließ ich es weg, das ich ihn innerhalb der Arbeitszeit entdeckte und anschaute. Die männlichen Kollegen meinten nur das ich bei der Überlegung ihn zu kaufen, doch den Spritverbrauch mit einrechnen sollte, und mit so einem großen Auto sei die Parkplatz Suche auch nicht ohne. 

 

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Eines Abends fuhr ich auf der Berliner Stadtautobahn in Richtung Süden und plötzlich wurde mir unwahrscheinlich schlecht. Das war nicht das schlecht was man sonst so kennt. Die Intensität war schon heftig, so das ich mich entschied die Autobahn in Adlershof zu verlassen. Gleich hinter der Ausfahrt gab es einen Park den ich kannte. Ich fuhr direkt dort hin und stieg aus dem Auto aus. Ich glaubte mit etwas frische Luft wird sich das schlecht sein schon legen. Der Park ist eigentlich für Mitarbeiter der dort ansässigen Firmen gedacht, die dort in ihren Pausen relaxen konnten. Dazu wurden ganz speziell geformte Bänke hingestellt die bei schönem Wetter zum hinlümmeln einluden. Ich setzte mich auf eine dieser Bänke und kippte sofort nach links ab. Da es ja spät Abends war hielten sich dort auch keine Menschen auf die dann den Notarzt hätten rufen können. Die Nacht ging vorüber und als Simone Morgens wach wurde war ich nicht da. Sie machte sich aber zu dem Zeitpunkt noch keine Sorgen, denn sie glaubte das ich entweder eine lange Tour bekommen hatte oder es Nachts draußen extrem gut lief. Sie machte sich Frühstück und begann den Tag wie jeden anderen. Bevor sie in ihr Taxi stieg, rief sie mich an. Das Telefon steckte aber im Auto und außerdem hätte ich in dieser Situation ja sowieso nicht ran gehen können. Als sie merkte ich gehe nicht ans Telefon schlich sich doch etwas Unruhe ein.